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Christoph Pasch

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Bildhauer und Maler

Clemens Pasch

Mein Vater

Mein Vater hielt bei seiner Arbeit das Beherrschen des Handwerks für ungeheuer wichtig. Er war selbst ein ausgezeichneter Handwerker und betonte es immer wieder in seinen Gesprächen mit mir.

Als Kind stand ich wie meine 3 Schwestern oft Modell. Nach der Ausbildung zum Kunstgießer habe ich jahrelang mit ihm gearbeitet. Z. B. vergrößerte ich Figuren oder habe für ihn Modelle für Brunnen und Plastiken angefangen. Wenn etwas Brauchbares dabei war, hat er es mir aus der Hand genommen, ich durfte es nicht weiter allein gestalten. Ansonsten besteht die Bildhauerei zu 50% aus Schleppen und Fegen, kein Wunder, daß mein Vater die Maler beneidete!

In den späteren Jahren kam er meist erst mittags zur Arbeit ins Atelier, war dann aber bis 11, 12 Uhr nachts dort.

Um eine Plastik aufzubauen, wurden immer wieder kleinere Mengen Gips angerührt, von dem nie etwas übrigbleiben durfte. (Vielleicht wurden deshalb manche Figuren immer dicker.) Ständig wurde aber auch wieder etwas abgeklopft und mit Feilen, Raspeln und Küchenreiben abgeschabt. „Zieh mal alles zusammen”, sagte er. Und immer wieder Fegen, sonst gab es Streit mit dem Hausmeister im Atelierhaus.

Wenn ein Modell kam, durfte oder mußte ich gehen. Die meisten seiner Arbeiten hat er nach der Natur begonnen und sie dann später weitergearbeitet.

Mein Vater hat immer das Bedürfnis gehabt, mit anderen Kollegen über seine Arbeiten zu sprechen. Wenn der Tee fertig war, sagte er oft: „Hol mal den Max”, das war der Maler Max Zander von der anderen Seite des Flurs im Atelierhaus. Dann wurden schwache Stellen sichtbar gemacht und besprochen. „Wichtig ist die Silhouette”, sagte mein Vater. Langsam wurde die Plastik auf dem Drehbock gedreht, von allen Seiten betrachtet, sowie im Spiegel angeschaut. Das Atelier hing voller Spiegel. Am meisten genoß er diese Besprechungen mit seinem Bildhauer-Freund Gyuri von Koväts. Aber obwohl er zunächst viele befragte, hat er zum Schluß gemacht, was er für richtig hielt.

Ein Nickerchen mußte er auch mal machen, wobei er immer dann wach wurde, wenn ich zu klopfen aufhörte oder die Maschine stillstand. Häufig wurden auch die fertigen Bronzegüsse wieder umgeändert, wobei uns zugute kam, daß ich gelernter Gießer und Ziseleur war. Das ging manchmal so weit, daß bei einer Bronze zuerst mal der Zopf abgesägt wurde, dann die Armhaltung verändert, die Figur mußte ein bißchen geneigt werden, was das Abschneiden der Beine erforderte, und dann wurde wieder geschweißt.

Mich konnte es zur Weißglut bringen, wenn etwa ein Kopf zum wiederholten Male abgesägt und wieder angeschweißt werden mußte. Am Schluß war es dann aber einzusehen.

Da man nie wußte, wie eine Plastik am Ende aussehen würde, war ich beim Aufbau darauf bedacht, alles fester und stabiler zu machen, als ich es eigentlich für notwendig hielt. Man muß sich vorstellen: Wenn die Füße auch nur einen Millimeter verändert werden, verschiebt sich die Figur im oberen Bereich um Zentimeter. Lange Debatten zwischen Vater und Sohn: Die Statik muß auch dann noch stimmen und halten, wenn die Figur bzw. Idee wächst.

Da die Proportionen an meines Vaters Plastiken auch nicht naturalistisch sind, war eine Vergrößerung niemals nur ein „groß machen”, sondern es entstand eine neue Figur.

Mein Vater hat sein ganzes Leben lang Freude an seiner Arbeit gehabt, was ihm sehr wichtig war: seine Plastiken sollten Gefühle vermitteln.

Was die Gießerei angeht, die ich mit seiner Hilfe aufgebaut habe? Er hat vielleicht eigennützig gedacht. Einen Gießer großziehen, der das alles in Bronze umsetzt, was er gemacht hat, warum nicht?

Christoph Pasch

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